Über das Schreiben mit der breiten Feder

Wenn Du die Kunst des schönen Schreibens erlernen willst, dann triffst Du früher oder später auf die Breitfeder. Man nennt sie auch Bandzugfeder und sie sieht aus, als hätte man von einer spitzen Feder ein kleines Stück weggeschnitten. Hier auf dem Bild siehst Du eine solche Feder mit einem aufgesteckten Tintenreservoir. Das wird auf die Feder geschoben und dient der Speicherung eines kleinen Tinten – oder Tuschevorrats. Um mit der Feder in der Hand überhaupt schreiben zu können, wird diese von einem Federhalter aufgenommen und gehalten. Das sieht dann fast so aus wie ein Füller, wie in dieser Abbildung zu sehen:

In der Bezeichnung „Bandzugfeder“ erfolgt auch eine Aussage über den Gebrauch selbiger. Sie wird mit einzelnen, abgesetzten und ziehenden Schreibbewegungen von links nach rechts und von oben nach unten über den Beschreibstoff geführt. Ein flüssiges Schreiben, wie Du es bei Deiner Handschrift mit Kugelschreiber beispielsweise gewohnt bist, ist in diesem Falle nicht oder nur schwer möglich. Die Federkanten sind sehr scharf und führen bei verkanteten, schiebenden Schreibbewegungen dazu, dass das Papier aufgespießt, durchlöchert und zerstört wird. Es ist also sehr wichtig, darauf zu achten, wie die Feder benutzt wird. Deshalb sollte beim Erlernen der Kalligrafie für Dich an erster Stelle stehen, sich mit dem Schreibwerkzeug zu beschäftigen, es kennen – und beherrschen zu lernen.

Auch sehr wichtig ist, wie der Federhalter mit eingestzter Feder gehalten wird. Ich halte den Federhalter zwischen Daumen und Zeigefinger und auf dem Mittelfinger liegt der Federhalter auf. So halte ich alle meine Schreib – und Zeichengeräte. Wichtig ist, dass die Hand nicht zur Seite abgewinkelt steht, sondern gerade nach vorn. und so sollte es auch beim Schreiben bleiben. Die Hand an sich bewegt sich beim Schreibvorgang überhaupt nicht. Die eigentlichen Bewegungen erfolgen durch den Ober – und Unterarm. Die Hand hält den Federhalter nur in der richtigen Position fest und führt ihn leicht gleitend über das Papier, mehr macht sie nicht.

Wie die Feder zum Schreiben auf dem Papier angesetzt wird, siehst Du auf den folgenden Bildern.

Wenn Du die Feder mit dem Federhalter richtig hälst und einen kurzen senkrechten Strich erzeugst, dann sollte er so aussehen wie auf der Skizze im Bild Federhaltung zu sehen ist. Das solltest Du üben! 

Wie kommt die Schreibflüssigkeit – Tinte oder Tusche an die Feder? Das ist eine gute und wichtige Frage. Man könnte meinen, na in das Tinten – oder Tuschefass eintauchen und dann geht es los. Kann man so machen, führt aber zu unbefriedigenden Ergebnissen. Die Schreibflüssigkeit befindet sich dann überall, auch da wo sie nicht sein soll. Am besten ist es, wenn Du zum Befüllen der Feder eine kleine Pipette oder einen alten Malpinsel (den du dann nur noch dafür benutzt) verwendest. Die Tinte oder Tusche beförderst du dann in den Zwischenraum, zwischen Tintenreservoir und der eigentlichen Feder. Durch den Spalt in der Feder kommt dann die Tinte oder Tusche an die Federspitze und du kannst schreiben. Der Spalt hat nämlich die Funktion, die Schreibflüssigkeit an die Federspitze zu transportieren. Damit ist auch gesagt, das die Feder mit dem Spalt auf das Papier oder den Beschreibstoff aufgesetzt werden muss.

Und nun viel Spaß beim Schreiben mit der breiten Feder!

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